Steinigung des heiligen Stephanus

Stephanus: Leben im Herrn, Sterben im Herrn

Lesung zum heiligen Stephanus; Apostelgeschichte 7,51-60

Wer am Sankt Stephanstag, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, zur heiligen Messe kommt, könnte überrascht sein vom roten Messgewand oder der roten Stola des Priesters. In der Christnacht und am ersten Feiertag strahlendes Weiß oder Gold und nun Rot.

Dazu der Bericht aus der Apostelgeschichte: Ein junger Mann, Stephanus, wird grausam gesteinigt, weil er Jesus Christus bekennt; betend und verzeihend stirbt er unter dem Steinhagel seiner Ankläger. Damit wird uns Christen gezeigt: Krippe und Kreuz gehören zusammen und auch das Jesuskind hat schon all das Leiden der kommenden Zeit voraus gespürt. Kurzum: die Erlösung umfasst das Geboren werden in der Krippe und das Bluten am Kreuz. Und diesem Jesus gehört unser ganzes Herz.

Der Erzmärtyrer Stephanus steht für alle verfolgten Christen

Ikone heiliger Stephanus
Giotto: heiliger Stephanus (c) Wikimedia, gemeinfrei, Original

Christenverfolgung nach Jesu Tod zieht sich durch all die Jahrhunderte hindurch. Unter den römischen Kaisern Nero und Decius ebenso wie unter Diokletian und Trajan. Durch die Mohammedaner, welche den christlichen Norden Afrikas unterwerfen. Man braucht nicht alle Zeiten aufzählen, aber es geht so weiter bis hin zum Kommunismus. In den 1950er Jahren breitete sich dieser auch in Tschechien, Ungarn, Jugoslawien, einfach im ganzen Osten Europas aus. In China und Nordkorea regiert er bis heute.

Ich selbst hatte zwei Großtanten in Klöstern. Eine in Indien, die andere in Ungarn. Im kommunistischen Ungarn wurden alle Klöster in den 1950er Jahren aufgehoben. Zuerst durften die Schwestern ihren Schleier nicht mehr tragen, dann ihre Ordenskleidung. Wer das Kloster noch nicht verlassen hatte, wurde in eines von zwei Internierungsklöstern eingewiesen. Meine Tante kam nach Baja.

Der ungarische Kardinal wurde festgenommen, erst während des Volksaufstandes 1956 befreit. Beim Einrücken der Roten Armee, die den Aufstand niederschlug, konnte er im letzten Moment in die amerikanische Botschaft flüchten. Die Lebensgeschichte József Kardinal Mindszentys ist lesenswert als Zeugnis christlichen Bekennermuts. Heute geht die Frage an alle: Christkind – Bekenntnis – Stephanus: wie wäre es bei mir?

Titelfoto: Wikimedia, Enfo, lizensiert unter CC BY SA 3.0, Originalfoto

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